Der Abschiedskuss hat den bittersüßen Beigeschmack einer gerade begangenen Sünde. Während ich sie fest an mich drücke und jede Stelle ihrer noch warmen Haut mit einer letzten, tiefen Berührung in Besitz nehme, bleibt er ein paar Schritte entfernt stehen. Er ist ein gehorsamer Schatten in der Dunkelheit des Parkplatzes, regungslos neben der offenen Autotür. Er hält ihre Handtasche in seinen Händen mit einer Hingabe, die an Heiligkeit grenzt, der stille Hüter einer Weiblichkeit, die eben noch meinen Instinkten gedient hat. Es ist das perfekte Gleichgewicht unseres Dreiergespanns: Ich, die sie wild in Besitz nimmt, sie, die sich in meiner Dominanz verliert, und er, mit der Handtasche zwischen den Fingern, der stolz die Rolle des Zuschauers und Dieners unserer Leidenschaft annimmt.